Umwelt


Intakte Altpapierkreisläufe durch Kooperation in der Papierkette
Altpapierexport und Fremdstoffeintrag werden als größte Risiken identifiziert

Altpapier ist in Bayern der mit Abstand wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Papier und Karton für Printmedien und die Verpackungsindustrie. Jährlich werden über 4 Mio. Tonnen des Rohstoffes von der Bayerischen Papierindustrie nachgefragt, um Papierprodukte herzustellen. Der Rohstoff wird aber immer mehr zu einer knappen und auch teuren Ressource. Deutschland ist Nettoimporteur von Altpapier. weiterlesen

Energieintensive Branchen fordern besonnene Lösung in der Energiefrage

Die Verbände energieintensiver Industrien, darunter auch unser Schwesterverband Bayerischer Papierfabriken e.V., setzen sich für eine sichere Energieversorgung und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen mit einem gemeinsamen Positionspapier ein. Positionspapier >

Umweltpakt Bayern: Bayerische Papierverbände setzen auf Optimierung und Sicherung von Altpapierrecycling

„Funktionierende Altpapierkreisläufe sind für die Umwelt- und Klimafreundlichkeit von Papierprodukten von entscheidender Bedeutung,“ so Dr. Thorsten Arl, Hauptgeschäftsführer Bayerische Papierverbände (BayPapier).

Im Rahmen des vierten Umweltpakt Bayern starten die Bayerischen Papierverbände zusammen mit der Bayerischen Staatsregierung eine Initiative zur Sicherung des Altpapierrecycling. Ziel ist, die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Altpapier in ausreichender Menge sicherzustellen. weiterlesen


Umwelt-Staatssekretärin Melanie Huml:
"Umwelt und Wirtschaft profitieren von ökoeffizienten Papierprodukten"
Bericht zum Projekt im Rahmen des Umweltpaktes 3

Mit diesem Statement lassen sich die Ergebnisse eines IPP-Projekts im Umweltpakt Bayern kurz zusammenfassen, die am 12. April 2010 von Umweltstaatssekretärin Melanie Huml, dem projektführenden Bifa-Umweltinstitut und Vertretern der Papierbranche vorgestellt wurden. Die Abschlussveranstaltung mitten im Werk Feucht der Smurfit Kappa Wellpappe vermittelte den Teilnehmer einen authentischen Eindruck von der Herstellung eines der untersuchten Papierprodukte. Neben unbedruckten Wellpappeverpackungen wurden Zeitungen, Kataloge, Bücher und Küchenrollen auf ihre Umweltwirkungen und weitere Verbesserungspotentiale hinsichtlich Umweltfreundlichkeit und Kosten untersucht.

Die Ergebnisse überraschten in ihrer Deutlichkeit auch die Projektpartner. Selbst das Produkt mit der größten Umweltauswirkung - die eine Millarde Tageszeitungen, die zur Versorgung der bayerischen Leser jährlich produziert werden - trägt nur zu rund 0,2% der Umweltbelastungen unserer Lebensführung bei. Und noch eine Überraschung: würden alle Bayern ihre Zeitung im Internet lesen, entstünden dadurch erheblich höhere Umweltbelastungen! Ursache dafür ist insbesondere der oft unterschätzte Stromverbrauch der PCs und Server.

An diesem Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn der Strom für die EDV aus Biomasse erzeugt würde. Staatssekretärin Huml betonte, "dass ein vorheriger Einsatz von Holz zur Papiererzeugung ökologisch deutlich vorteilhafter ist als dessen sofortige Verbrennung für Strom und Wärme." Denn Papierfasern können mehrfach recycelt werden, bevor sie verschlissen sind und dann zur Wärme- und Stromerzeugung eingesetzt werden.

Der Recyclingkreislauf ist auf die "Frischzellenkur" in Form von neuen Holzfasern genauso angewiesen wie auf ausreichende Mengen hochwertigen Altpapiers. Würde das Altpapierangebot verknappt, z.B. durch Einsatz als Brennstoff, hätte auch das negative Auswirkungen auf die Ökoeffizienz. "Als Rohstoff nutzbares Altpapier sollte daher nicht verbrannt werden!", forderte Huml.

Die größten Potentiale zeigten sich noch im Bereich der Energieeffizienz und Energieerzeugung. Die Nutzung von Rückständen aus der Altpapieraufbereitung zur Energieerzeugung in der Papierfabrik bietet größere Umweltvorteile als die Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien auf 33% im öffentlichen Stromnetz.

Ein weiterer erfolgversprechender Ansatzpunkt ist die Abgabe intern nicht mehr nutzbarer Abwärme an externe Verbraucher. Hierfür sind jedoch in der Praxis eine Reihe von Hürden zu nehmen - vielleicht ein Ansatzpunkt für zukünftige IPP-Projekte.

Pressemitteilung zur Abschlussveranstaltung